Interview mit Matthias Hegger
Interview mit Matthias hegger, prokurist und chief financial officer (CFO) der gh hotel interior group
Matthias Hegger ist als Sohn des Gründers schon seit seiner Kindheit eng mit dem Familienunternehmen verbunden. Vor einem Jahr ist er zu 100 % ins Unternehmen eingestiegen und arbeitet seither eng mit seinem Vater sowie mit Robin Schenk an Strategie-, Steuerungs- und Netzwerkthemen. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Unternehmens gibt er in diesem Interview Einblick in seinen Werdegang und seine Zukunft bei der GH Hotel Interior Group.
Als dein Vater das Unternehmen gründete, warst du gerade einmal drei Jahre alt. Welche ersten Erinnerungen hast du an diese Zeit?
Matthias: „Ich habe viele Erinnerungen an diese Zeit, insbesondere, da das damalige Büro bei uns zu Hause eingerichtet war. Ich erinnere mich daran, wie mein Bruder und ich unseren Vater an seinem Schreibtisch besucht und im Besuchersessel Platz genommen haben. Ich erinnere mich auch an unsere erste Mitarbeiterin Nora, die anfangs von unserem Wohnzimmer aus gearbeitet hat. In den Mittagspausen kam es durchaus mal vor, dass wir Kinder Nora auf Trab gehalten haben. Nora arbeitet immer noch für uns, sie gehört seit Beginn zur GH-Familie!”
Wer bist du in drei Worten?
Matthias: „Auf jeden Fall kein Mensch, der gerne über sich selbst redet. Die Frage können vermutlich am besten meine Familie und engsten Freunde beantworten. Wenn ich dennoch muss, dann würde ich sagen: Empathisch, loyal, analytisch.“

Du hast vor deinem Einstieg bei GH schon verschiedene berufliche Stationen durchlaufen. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit prägen dich heute am meisten und wie beeinflussen sie deinen Blick auf die GH Hotel Interior Group?
Matthias: „Hier denke ich spontan an zwei Dinge. Zum einen meine Zeit im Ausland. Sich mit fremden Menschen und deren Arbeitskultur auseinanderzusetzen, hilft privat und beruflich weiter. In den meisten Branchen entscheidet sich innerhalb und außerhalb des Unternehmens viel über die Menschen. Wer es schafft, einen positiven Zugang zu den jeweiligen Personen zu erhalten und deren Bedürfnisse zu erkennen, hat es häufig leichter. Die wohl prägendste Station aber war die Zeit in der Unternehmensberatung. Hier habe ich mich im Wesentlichen mit Unternehmenssteuerung und Finanzthemen beschäftigt. Neben der fachlichen Weiterentwicklung sind mir ganz besonders die Vielfalt an Themen, Projekten und Kunden im Gedächtnis geblieben. Ich war Teil eines wunderbaren Teams mit vielen großartigen Führungskräften und Kolleginnen und Kollegen mit denen ich immer noch zum Teil eng verbunden bin. Aus dieser Zeit konnte ich unzählige Dinge mitnehmen. Resilienz und der Umgang mit immer neuen Herausforderungen sind ein Teil davon.“
Wann war dir klar, dass du ins Familienunternehmen einsteigen möchtest?
Matthias: „In einer Unternehmerfamilie spielt das eigene Unternehmen immer eine große Rolle. Als Kind durchläuft man sicherlich verschiedene Phasen, von starker Verbundenheit bis Abgrenzung, so auch bei mir. Während meines Masters ist der Gedanke konkreter geworden. Mir war es allerdings auch immer wichtig, meinen eigenen Weg zu gehen. In meiner Beratungszeit habe ich nebenbei auch für unser Unternehmen gearbeitet. Mir hat beides unheimlich viel Freude bereitet, aber ich habe deutlich gespürt, woran das Herz hängt.“
Mit welchen Themen beschäftigst du dich aktuell?
Matthias: „In einem kleineren Unternehmen ist das ehrlich gesagt nicht immer leicht abzugrenzen. Ich beschäftige mich im Wesentlichen mit Strategie, Unternehmenssteuerung, Netzwerk und Projektcontrolling. In der Geschäftsführung sind wir jedoch zu allen Themen eng abgestimmt.“

Wie ergänzen sich eure Stärken in der Geschäftsführung?
Matthias: „Wir sind fachlich, als auch persönlich ein heterogenes GF-Team. Das macht uns aus meiner Sicht auch sehr stark. Jeder bringt seine Stärken aktiv mit ein. Eine gute, offene Kommunikation und viel Vertrauen helfen uns dabei.“
Was möchtest du von deinem Vater übernehmen und wo möchtest du neue Impulse setzen?
Matthias: „Mein Vater hat viele sehr positive Eigenschaften, die ich schon immer beobachten konnte. Hierzu gehören Grundtugenden wie Fleiß und Ehrgeiz, aber auch strategische Weitsicht und die Offenheit für Neues. Ein gesundes Unternehmen entwickelt sich stetig weiter. Es gibt viele Zukunfts- und Strategiethemen, in denen ich gerne Impulse setzen möchte. Die Zeit wird zeigen, wie ich mich und meine Ideen einbringen kann. Ich freue mich unheimlich darauf.“
Was war bisher dein größter Aha-Moment im Unternehmen?
Matthias: “Durch meine stetig sehr enge Verbindung zum Unternehmen, gab es nicht den einen Aha-Moment. Für mich sind jedoch immer die schönsten Momente, wenn ich sehe, wie Projekte zum Leben erwachen und wir Räume geschaffen haben, in denen Menschen sich wohlfühlen. Das ist der große Unterschied zu vielen anderen Branchen, auch der Unternehmensberatung."
Was machst du als Erstes, wenn du Feierabend hast?
Matthias: „Das ist sehr unterschiedlich. Wenn ich in Köln bin, dann gehe ich häufig einkaufen, esse gemeinsam mit meiner Partnerin, mache Sport oder lasse den Tag mit Freunden oder der Familie ausklingen. Dabei wird gelegentlich auch eine Runde Doppelkopf gespielt.“
Vielen Dank, Matthias!